Was ist Dog Walking?

Hundehilfe Toskana hat es ausprobiert

 

Wie ist es eigentlich, wenn man mehr als 10 Hunde spazieren führt? 🐕🐕🐕🐕🐕
Vor kurzem bot sich uns die einmalige Gelegenheit einer professionellen Dog Walkerin aus Berlin bei der Arbeit über die Schulter zu schauen.

 

Wir verabredeten uns in einem weitläufigen offiziellen Hundeauslaufgebiet 🌳 hinter der nördlichen Stadtgrenze. Die Dog Walkerin kommt regelmäßig mit ihrem mehr oder weniger festen Rudel dorthin und kennt jeden Busch wie ihre Westentasche. An diesem Tag hatte sie 12 Vierbeiner dabei, die mit ihrem Ausführservice vertraut sind. Dazu kamen unsere beiden aus dem Auslandstierschutz. Ich war gespannt, wie sich die insgesamt 14 Hunde verhalten würden. Ob wild getobt werden würde? Oder gerauft?

Erst einmal wurden die Hunde auf dem Parkplatz aus dem Fahrzeug geladen. Da man 12 Hunde, die schon wissen, dass „es jetzt gleich los geht“ nicht unkontrolliert zwischen geparkte und einfahrende Autos springen lässt, dauert das seine Zeit. Nach dem Entladen lief uns die Walkerin mit ihrem angeleinten Rudel voraus in das nicht eingezäunte Auslaufgebiet. Wir folgten im Abstand von etwa 15 m mit unseren Hunden an der Leine. Dabei konnte ich gut beobachten, wie unterschiedlich die Hunde der Gruppe sind: Vom Mops bis zum Labrador und etlichen Varianten an Mischlingen, ist alles dabei.
Bis auf das Fiepen einer nervösen Terrierdame schien die Gruppe ruhig und gab ein harmonisches Bild ab. Die vielen Schleppleinen der Hunde bündelten sich wie ein Strauß Blumen in der Hand unserer Walkerin. Um aus den Leinen kein unentwirrbares Knäuel zu machen, bewegte sie sich aufmerksam, aber entspannt vorwärts und die Tiere mit ihr.

Nach etwa 100 m und der ersten Wegbiegung begann die Dog Walkerin damit, einzelne Hunde abzuleinen, sobald sie aufmerksam und ruhig waren. Mittlerweile durften sich auch unsere beiden frei bewegen und nahmen zunächst zaghaft, aber nett Kontakt mit dem Gassi-Rudel auf. Dann begannen alle lebhafter zu werden. Der braune Podenco, der gern vorausläuft, animierte unseren Rüden es ihm nachzumachen. Zusammen mit einigen anderen Draufgängern stoben sie ins Gebüsch. Die eher gemütlichen Kandidaten trotteten neben oder hinter uns und schnüffelten am Wegrand herum. Die Walkerin behielt immer alle im Blick und rief einzelne Hunde zu sich zurück. Kamen sie prompt angerannt, gabs eine Belohnung. Mich beeindruckte, wie auch dabei alle Hunde freundlich zueinander blieben, obwohl gerade manche ein Leckerli bekamen und andere nicht.

Das Auslaufgebiet ist ziemlich groß, so dass man nicht an jeder Ecke jemandem begegnet. Passiert es dann doch, wissen die meisten BesucherInnen 🏃 🚴, dass Profi-Dog Walker mit ihren Hundegruppen unterwegs sind und nehmen darauf Rücksicht. An diesem Tag liefen an uns ein paar Jogger vorbei und einige private HundebesitzerInnen – das Rudel beschnupperte die anderen freundlich und ging folgsam auf die Seite des Weges, wenn wir sie dazu anwiesen. Begegnet man weiteren Dog Walkern mit ihren Hunden, dann wird durch Zuruf aus einiger Entfernung geklärt, wer wohin möchte. So wird verhindert, dass eine ziemlich große Gruppe an Hunden aufeinander trifft und womöglich den Weg versperrt oder sich einzelne Tiere in die Wolle kriegen.

Auf etwa der Hälfte des Spaziergangs gingen wir die Böschung zu einem Bachlauf 💦 hinunter. Für die Wasserratten ein schönes Highlight zum Baden, für die anderen eine Möglichkeit zu Trinken. Gehts durch ein Auslaufgebiet ohne Wasserzugang – und generell auch für den Durst zwischendurch – hat die Dog Walkerin immer mehrere Näpfe und Wasser dabei. An Lichtungen wird dafür gern mal ein Päuschen eingelegt. Einige Hunde ruhen sich dann aus. Die Aktiven buddeln oder fangen ein Spiel miteinander an.

Als es dann nach gut 2 Stunden wieder in Richtung des Parkplatzes ging, waren unsere beiden Hunde schon so in die Gruppe integriert, als würden sie täglich mitgehen. Besonders unser Rüde strahlte wie ein Honigkuchenpferd. Ob er früher in Italien bei der Jagd in einer Meute mitgenommen wurde, wissen wir nicht, aber es war für ihn auf jeden Fall der erste Freizeitspaziergang mit so vielen Hunden. Die Anwesenheit der anderen Hunde hatte ihn sichtlich animiert, seine Extrakilometer beim Vor- und Zurückrennen zur Gruppe zu machen. Unsere tiefenentspannte Hündin blieb auf dem gesamten Spaziergang mehr in der unsrer und der Nähe des Rudels und schloss Freundschaft 💛 mit einem ebenfalls ruhigen Dackelrüden.

 

 

Fazit:

 

Kompetente Dog Walker haben ihre Hunde konsequent und stets wohlwollend unter Kontrolle, weil sie sie gut kennen und ihre Gassigruppe achtsam zusammen stellen. Die Dog Walker bieten in der Regel für Interessierte Proberunden an und können einschätzen, ob die Hunde zueinander passen. Als HundebesitzerIn muss man diesen Service bezahlen, aber es ist für die meisten gut sozialisierten und fitten Hunde eine prima Gelegenheit sich auszupowern, ohne überfordert zu werden. Manch unsicherer Hund (wie der kleine Terrier) fühlen sich in der Gruppe wohler als allein. Aber auch ältere Hunde kommen voll auf ihre Kosten, weil die Dog Walker das Tempo der Gruppe anpassen. Grundsätzlich ist es für Stadthunde eine schöne Sache aus der täglichen Routine herauszukommen und sich abgeleint durchs Auslaufgebiet zu bewegen.

Da kein Hund länger als 6 Stunden alleine gelassen werden sollte, kann ein Profi Gassi-Service die optimale Lösung sein, den Hund auszulasten und seine Lebensfreude zu erhalten, wenn man tagsüber nicht zu Hause ist. Der Hund wird abgeholt, zum Auslaufgebiet und auch wieder zurück gebracht. Er hat Kontakt zu Artgenossen und darf sich in verkehrsarmer Landschaft vom Alltagstrott erholen. Dog Walking – oder Ausführservices gibt es überall, nicht nur in Berlin. Einige bieten günstigere Abos für regelmäßige Spaziergänge an. Man sollte aber nicht nur nach dem Preis entscheiden, sondern ob der/die Dog Walker einen Draht zum Hund hat, fachlich kompetent ist und eine positive Einstellung in der Hundeerziehung mitbringt.

Neugierig geworden? Hört euch um – vielleicht kann euch z. B. eure Hundeschule jemanden empfehlen!

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Was passiert eigentlich mit Spenden?


Mit verschiedenen Aktionen – u.a. einer Whatsapp-Auktion oder durch den Verkauf von Stoffmasken – haben wir in letzter Zeit (Stand: Anfang Mai 2020) dazu aufgerufen, an die Hundehilfe Toskana zu spenden oder dadurch Spenden generiert. Es freut uns sehr, dass dem viele Menschen nachgekommen sind und unserem jungen Verein ihr Vertrauen geschenkt haben. Hier möchten wir einen Einblick geben, was wir eigentlich mit dem Geld finanzieren.

Ende April bekamen wir von einer italienischen Auffangstelle, die wir unterstützen, eine ganze Reihe Fotos zugesendet. Darauf zu sehen sind die zahlreichen Schutzhalsbänder mit den Hunden, die sie nun tragen. Die Bänder sind relativ teuer, aber der beste und einfachste Schutz gegen die Sandmücke, die in Italien die Mittelmeerkrankheit Leishmaniose überträgt. Zudem hatte sich die etwas abseits auf dem Land gelegene Auffangstelle dringend benötigtes Futter durch unsere Finanzspritze schicken lassen können. Auf dieser Stelle sind Dutzende Hunde untergebracht – ein paar Säcke würden kaum ausreichen. Bei 50 Hunden sind 500 kg Trockenfutter in 40 Tagen verbraucht und der Bedarf ist entsprechend immer groß.

Die Auffangstellen hatten während des Höhepunktes des Corona-Lockdowns wie alle Privatpersonen das Problem, dass sie nicht einfach so zum Tierarzt oder zum Tierfachhandel fahren konnten (wir haben darüber berichtet). Da ganz Italien in der Krise steckt, sind Spenden aus dem eigenen Land versiegt und die TierschützerInnen waren (bzw. sind derzeit immer noch) von unserer Hilfe abhängig.

 

Wir konnten mit euren freigiebigen Spenden auch Marianna finanziell unter die Arme greifen. Die junge Tierschützerin aus Süditalien kümmert sich eigentlich um die Streuner in ihrer Umgebung. Während der Corona-Krise übernahm sie zusätzlich die 40 Hunde einer verstorbenen Frau. Schnell kam Marianna an die Grenzen ihrer Möglichkeiten und wandte sich über Chiara an uns. Auch ihr wurde geholfen und sie konnte Futter für ihre Hunde besorgen.

 

Normalerweise fahren wir regelmäßig von Deutschland aus in die Toskana, um die bereits vermittelten Hunde zu holen. Das war nun einige Wochen nicht möglich, doch die kostenpflichtigen Tierheimplätze (sogenannte Pensionsplätze) auf denen manche Hundehilfe Toskana-Hunde leben, mussten weiter getragen werden. Die Übernahme von Patenschaften haben diese finanzielle Last abgefedert. An dieser Stelle auch herzlichen Dank an alle Paten und Patinnen!

Besonders berührt hat viele das harte Schicksal des jungen Griffons, den wir Lazarus getauft haben. Der einjährige Jagdhund war schon als Welpe mit einem gebrochenen Hinterlauf auf dem Behandlungstisch beim Tierarzt gelandet. Der Besitzer wollte ihn einschläfern lassen. Der Tierarzt behandelte ihn stattdessen und Lazarus musste „seinen jagdlichen Dienst“ fortsetzen. Chiara schickte uns vor kurzem ein Video auf dem neue Verletzungen von Lazarus dokumentiert sind – nichts für schwache Nerven. Bei der Wildschweinjagd wurde dem armen Hund ein Vorderbein mehrfach aufgerissen und schwer verletzt. Lazarus war in einem miserablen Zustand und bekam hochdosiert Antibiotikum verabreicht. Wir sicherten Chiara unsere Unterstützung bei seiner Behandlung zu. Mittlerweile ist Lazarus von unserer Tierärztin operiert worden. Es geht ihm besser und er hat nun ein eigenes Vermittlungsprofil auf unsrer Website: Lazarus – Zuhause gesucht

Es ist wirklich großes Glück, dass wir so mitfühlende UnterstützerInnen haben! Es wird gespendet, Marmelade gekocht, verkauft…und und und.
Nur so ist es der Hundehilfe möglich, eine umfangreiche tierärztliche Behandlung und die Vermittlung von einem vom Schicksal gebeutelten Hund wie Lazarus überhaupt übernehmen zu können. ❤️

 

 

Wo Menschen leiden, leiden Tiere erst recht

Wie steht es um den Tierschutz in der Corona-Krise?

 

Noch vor wenigen Wochen war Corona etwas weit entferntes, was uns hier nicht betrifft. Doch die Situation hat sich in Italien besonders schnell und dramatisch verändert und das vor unseren Augen. Mittlerweile haben wir das Virus in Deutschland und auch unser Leben ist von den neuen Umständen geprägt. Die ehrenamtliche Arbeit der Hundehilfe Toskana war von einem auf den anderen Tag in ihrer Hauptaufgabe – der Vermittlung und dem Transport von italienischen Hunden nach Deutschland – erschwert. Doch für uns ist es selbstverständlich, dass wir die Unterstützung unserer italienischen TierschützerInnen nicht aufgeben – gerade jetzt nicht! Sie helfen den Hunden in normalen Zeiten schon unter komplizierten Bedingungen und erleben im Moment zusätzliche, bedrückende Hindernisse. Unsere Hauptansprechpartnerin und -vertrauensperson Chiara, berichtet von den Erschwernissen, die die Ausgangsbeschränkungen der italienischen Regierung ihr und ihren ehrenamtlichen HelferInnen auferlegen.

Sie schreibt, dass alle seit Anfang März durch den Beschluss der Regierung in ihren Wohnungen bleiben müssen und noch kein Enddatum dieser Ausgangssperre in Aussicht gestellt ist. Alle ItalienerInnen dürfen das Haus nur für Einkäufe (eine Person pro Haushalt) oder aufgrund von gesundheitlichen Notfällen verlassen. Die meisten Menschen können ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen (Stand Mitte April 2020). Soweit sind diese Einschränkungen für uns tatsächlich nachvollziehbar, doch sie gehen weiter, als in Deutschland. Denn Chiara berichtet, dass es verboten ist, die Grenzen der eigenen Gemeinde zu überschreiten. Das ist ein großes Problem für sie. Denn das privat geführte Tierheim, wo ein Teil der Hunde untergebracht ist, die in ihrer Obhut stehen, liegt in einer anderen Gemeinde. Die rund 20 km, die Chiara so oft mit ihrem Auto zurücklegt, sind zu einer scheinbar unüberwindbaren Strecke geworden.

Ein weiterer Epidemie-Beschluss, der einen Riegel vor ihre ehrenamtliche Arbeit schiebt: Ausschließlich Festangestellte des Tierheims dürfen die Hunde versorgen. Normalerweise ist Chiara täglich nach ihrem regulärem Broterwerb im Heim und sieht nach den Hunden. Sie fotografiert und filmt sie für die Vermittlung, sie verabreicht Medikamente, bringt Futterspenden, sie schaut nach dem Rechten, tröstet und kuschelt die Hunde. Die Vierbeiner lechzen nach Aufmerksamkeit der TierschützerInnen und PflegerInnen – der Alltag im Heim ist für sie eintönig und stressig. Es herrscht ein hoher Lärmpegel. Wenige Hunde haben die Möglichkeit, einmal am Tag über die umzäunte Wiese des Tierheims zu flitzen. Selbst dieser einzige Lichtblick fällt unter den gegebenen Umständen flach. Denn die angestellten PflegerInnen dürfen nur das Notwendigste in den Zwingern verrichten: Schnell Füttern, den Boden säubern und wieder raus. Gerade die traumatisierten, ängstlichen Hunde haben nun nicht mal die Chance sich an einen positiven Umgang mit Menschen zu gewöhnen – dafür fehlt schlicht die Zeit.

Chiaras Befürchtung ist, dass einer der Hunde krank wird, da selbst der Besuch beim Tierarzt im Moment nur im absoluten Notfall erlaubt ist. Weitere Einschränkungen gibt es dadurch, dass die Menschen dazu verpflichtet sind einen Passierschein bei sich tragen, sobald sie ihre Wohnung verlassen. Dort müssen Adresse und Ziel eingetragen sein und warum die Person unterwegs ist. Alles hat genau geplant zu werden. Falls die Polizei eine Kontrolle durchführt und etwas nicht stimmt, stehen Strafen aus. Der Organisationsaufwand, den die TierschützerInnen immer haben, hat sich verdoppelt. Jede/r versucht so gut er/sie kann, sich um die Tiere in der näheren Umgebung zu kümmern. Dennoch plagen Chiara die Sorgen um die Hunde im Tierheim. Deren ohnehin schon trübseliger, einsamer Alltag bietet jetzt noch weniger Abwechslung. Zudem rücken die Adoptionen in den Hintergrund. Die wenigen ItalienerInnen die bereit sind, einen Hund aus dem Canile zu übernehmen, dürfen nicht hinein kommen. Die bereits vermittelten Hunde können nicht von Italien nach Deutschland ausreisen. Die Auffangstellen müssen aber für ihre Hunde die Kosten weiterhin tragen. Neue Hunde müssen abgelehnt werden, weil es keine freien Kapazitäten gibt. Dabei ist Ende des Winters die Jagdsaison vorbei – eine Phase, in der die Jäger die „untauglichen“ Hunde gehäuft los werden.

 

In Zeiten von Corona kommen weitere erschwerende Faktoren hinzu.

Menschen, die am Virus sterben und deren Hunde von heute auf morgen ihr Zuhause verlieren, um die sich keiner kümmert. Sie müssten von den TierschützerInnen abgeholt werden, was aufgrund der Ausgangsperre nicht möglich ist. Chiara bereiten auch die Tiere, die auf den Straßen leben, große Sorgen. Wer kümmert sich um die vielen Katzen, die sie sonst in den Nachbardörfern mit füttert? Wer füttert die zahlreichen Streuner in Süditalien, die sich sonst von Essensresten aus den Bars und Restaurants ernähren und die jetzt alle geschlossen sind? Der Norden Italiens ist generell wohlhabender, als der Süden des Landes. Hier sitzen wichtige industrielle Produktionsstätten. Die Corona-Krise hat genau in dieser Region bislang besonders hart zugeschlagen. Menschen, denen es überdurchschnittlich gut ging, haben ihre Einkommensgrundlage verloren. Das geht vielen so und Chiara bemerkt bereits, dass die Hilfen aus dem Norden weniger werden oder ganz abebben. Eine weitere Stütze die ihr weggebrochen ist.

Dabei sind die Tiere in Italien von Mittelmeerkrankheiten wie zum Beispiel Leishmaniose bedroht. Diese Krankheit wird durch Sandmücken übertragen, die in dieser Jahreszeit Fahrt aufnehmen. Um die Hunde vor ihnen und anderen Parasiten zu schützen, legt man eigentlich jetzt Halsbänder an, ähnlich Flohhalsbändern. Chiara hat nicht nur das Problem, dass sie sie einkaufen muss. Man stellt sich vor, wie sie einem Polizisten in einer möglichen Straßenkontrolle erklärt, dass sie auf dem Weg zur Apotheke ist, um Flohhalsbänder zu kaufen… Sie ist zudem auf die Hilfe Dritter angewiesen, um die Halsbänder oder Medikamente überhaupt zu den Hunden zu bekommen. Das Netzwerk der freiwilligen HelferInnen ist nicht groß genug und so sieht sie sich gezwungen, einen Kurierdienst dafür zu bezahlen. Mit verschreibungspflichtigen Medikamenten ist es noch einmal eine andere Sache. Einer der Hunde den Chiara vermittelt, braucht eine bestimmte Arznei für eine nicht lebensbedrohliche Erkrankung. Per Video muss er dem Tierarzt vorgestellt werden, der etwas verschreibt. Doch für die Polizei ist es einfach kein ausreichender Grund das Haus zu verlassen, um das Medikament zu kaufen.

Chiara schreibt, dass sie noch viele Beispiele aufzählen könnte, wie die Krise die Hilfe für die Tiere fast unmöglich macht. Besonders bitter ist, dass sie weiß, wo Hunde in Schuppen und Zwingern abseits von Siedlungen untergebracht sind. Die BesitzerInnen dürfen die Hunde auf ihrem eigenen Land zwar besuchen, aber nicht täglich. Sie befürchtet, dass viele ihre Hunde hungern lassen, weil sie das Risiko einer Kontrolle scheuen. Es sind belastende Gedanken, die sie nicht beiseite schieben kann. In Zeiten, wo viele ihre Hilfe aussetzen, weil sie möglicherweise selbst existenzielle Probleme haben oder sich um Angehörige sorgen, ist es umso wichtiger, dass wir für die TierschützerInnen in Italien und anderen europäischen Ländern da sind.

 

Was jeder tun kann, der gern helfen möchte:

 

  • Das Einfachste ist auf unser Konto zu spenden. Die Hundehilfe Toskana steht in engem Kontakt mit den italienischen HelferInnen und kann dringend benötigte Dinge erfragen, kaufen und verschicken.
  • Eine Patenschaft für einen der Hunde deckt Ausgaben für seine Versorgung. Unsere Ansprechpartnerin für Patenschaften Ute Fuchs hilft bei Fragen dazu gerne weiter!
  • Angebrochene oder abgelaufene Medikamente (z.B. Tabletten gegen Flöhe, Würmer oder Giardien) und die erwähnten Halsbänder gegen Zecken und Sandmücken sind auch als Sachspenden herzlich willkommen. Wir haben eine Spendensammelstelle, an die ihr eure Päckchen versenden könnt. Schreibt eine Mail – wir geben die Adresse gerne weiter: info@hundehilfe-toskana.de
  • Wollt ihr unsere und Chiara’s Arbeit aktiv unterstützen? Sprecht über die Hundehilfe Toskana. Besucht und teilt unsere Website und unsere Social Media Accounts auf Facebook und Instagram.
  • Und wer langfristig einen Hund adoptieren möchte, kann sich natürlich weiterhin bei unseren Vermittlerinnen Diana Vogt und Birgit Mieske melden. Der nächste Transport findet statt, sobald es wieder möglich ist. 🍀